Radiotipp 26 Wie böse ist Weizen wirklich?

Brot und Pasta am Pranger

Das tägliche Brot ist für viele heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Nicht nur, dass das Frühstück nicht mehr die Hauptrolle im Tagesplan spielt (wie du hier nachhören kannst), auch die anderen Mahlzeiten wie Mittagessen oder das klassische “Abendbrot” gibt es immer weniger.

Wer jetzt vermutet, dass deshalb der Verzehr von Getreideprodukten deswesen zurückgegangen ist, liegt falsch. In Form von belegten Brötchen, Sandwiches oder Subs begleitet Gebackenes grade die Fast-Food-Esser durch den Tag, die einzige “Abwechslung” sind häufig süße Stückchen oder schnelle Gerichte wie Pizza, Döner in Fladenbrot und Pastagerichte mit viel Nudeln und wenig Gemüse.

Unverträglich? Allergieauslösend?

Dass es eine Erkrankung gibt, die durch Getreide-Eiweiße die Darmzotten so zerstören, dass die Betroffenen schwere Durchfälle und in der Folge Mangelerscheinungen  bekommen, weiß man sicher seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts (vgl. Wikipedia-Artikel zu Zöliakie). Bei Zöliakie ist es unabdingbar, auf allle Produkte aus Weizen, Hafer, Gerste und Roggen und aller Urformen zu verzichten – einer der wenigen Fälle, bei denen eine spezielle Diät die einzige Möglcihkeit ist, symptomfrei zu leben.

Weizen unter Generalverdacht

Aber in den letzten Jahren mehren sich die Artikel in verschiedenen Medien, die behaupten, Weizen mache dick, dumm, gefräßig und krank. Bücher mit reißerischen Titeln vermitteln den Eindruck, dass wir alle unbedingt sofort alle Weizenprodukte aus unserem Speisplan streichen müssen. Im Interview mit Radio Aktiv habe ich mal in Kurzversion zusammengefasst, welche Ursachen die vermeintliche Zunahme der Unverträglichkeit   noch haben kann:

 


Es gibt Personen, die eindeutig mit Beschwerden auf Weizen reagieren, obwohl weder in der Blut-Untersuchung noch bei einer Probenentnahme aus dem Dünndarm eine Zöliakie nachgewiesen werden kann. Außer der Zöliakie gibt es noch die echte Weizenallergie. Hier läuft im Körper eine “echte” allegische Reaktion ab, die sich in einem anderen Bluttest als dem für Zöliakie nachweisen lässt. Am schwierigsten nachzuweisen ist die Weizensensitivität, bei der alle Tests negativ sind. Wenn du dazu etwas Fundiertes nachlesen möchtest, kann ich dir die Seiten der Deutschen Zöliakiegesellschaft empfehlen.  Dort findest du auch einen Link zu den aktuellen Leitlinien.

Lass dich von einer Oecotrophologin oder Diätassistentin beraten!

Wenn du den Eindruck hast, dass du Weizen nicht verträgst, macht es auf jeden Fall Sinn, dir mal mit Unterstützung einer ausgebildeteten Ernähungs-Fachkraft deine Ernährungsgewohnheiten und deine Symptome anzuschauen. Qualifizierte Beraterinnen (ja es gibt auch ein paar Männer ;)) findest du auf den Internetseiten der Berufsverbände, z.B. dem Berufsverband Oecotrophologie  oder dem Verband der Diätassistentinnen. Sie kann dir oft auch Tipps geben, bei welchen Ärzten du für eine gute Diagnostik nachfragen kannst. Erst danach ist es sinnvoll, einen entsprechendend Ernährungsplan zusammenzustellen.  Oft ist es wirklich nicht nötig, radikal auf alle Weizenprodukte zu verzichten sondern es reicht, die “Kohlenhydrat-Last” in deinem Speiseplan auszubalancieren. Mit einer gesunden Vielfalt, die an Deinen Körper optimal angepasst ist, hält Essen nicht nur gesund, sondern macht auch auf alltagstaugliche Weise Spaß!

Wie sind deine Erfahrungen? Bist du anderer Meinung? Ich freue mich über jeden Kommentar und wünsche Dir guten Appetit!

 

 

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