Wie mir mein Kind geholfen hat, mein Urlaubsessen zu genießen

“Mama, kannst du nicht einfach mal Urlaub machen?”…dieser Satz meines Sohnes hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt.

Meine einzige Essensregel aufgeben?

Ich stand zwischen halb gepackten Koffern und überlegte laut, was ich vor unserer Abfahrt nach Kroation noch alles bedenken muss. Sonnencreme, Badehandtücher….die Küche wird ja wohl ausgestattet sein. Ach überhaupt: wie mach ich es dann mit dem Essen im Urlaub???

Hä? Wo ist das Problem? Ich habe keine Allergie, bin keine Vegetarierin und meine Religion erlaubt mir auch alles zu essen.

Aber einen Grundsatz habe ich doch: ich esse nur Fleisch von Tieren, denen es im Leben gut ging.

Im Urlaub konsequent sein?

Zu Hause weiß ich, wo ich das bekomme. Unterwegs esse ich meistens vegetarisch und das fällt mir auch leicht. Aber klappt das auch in Kroatien? Und habe ich im Urlaub Bock, mich beim Essen gehen auf immer denselben Salat und Pizza Margherita zu beschränken? Grübel-grummel – ach Mensch, ich will doch Spaß haben und mal eben nicht wie im Alltag über alles nachdenken.

Andererseits bin ich echt prinzipientreu. Leiden die Tiere weniger, wenn ich sie in meinem Urlaub esse? Bin ich dann nicht eine Verräterin an meiner eigenen Idee? Und bekomme dann womöglich Lust, immer wieder viel Fleisch zu essen? Ein echter Konflikt also.

“Mama, mach dich mal locker!”

Und dann kam mein Sohn. Ich versuche gerade, mich an seinen Tonfall zu erinnern. War es eher wie: “Ey, nun mach dir doch nicht schon wieder so einen Stress!” ? Oder “Hey, ich hab eine Klasse-Idee für dich!”? Da war jedenfalls nichts von der Strenge, die ich mit mir selber hatte. Für ihn war es völlig normal, es im Urlaub mal locker angehen zu lassen – in jeder Hinsicht. Ich stand jedenfalls da und ließ mir seine Frage sacken. Und fand die Idee toll.

Essens-Ausnahmen – (wie) geht das?

Wenn eine selbst gemachte Regel zu einem Ausmaß an Stress führt, der meinen Urlaubs-Spaß beeinträchtigt, ist es an der Zeit, davon einfach mal eine Pause zu machen. Und der Gedanke an die Einschränkung war für mich in dem Moment tatächlich Stress. Und “einfach mal Urlaub machen” klang nach Ausnahme mit einer sicheren Rückkehr in den Alltag. Danach, ein gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Ob ich das wohl hinbekommen würde?

Die Lizenz zum Essen

Um es kurz zu machen: ja, habe ich. Auf der Hinfahrt übernachten wir am Chiemsee und fanden ein Restaurant, das seine Burger selbst macht. Mit Hackfleisch vom Bauern aus dem Dorf. In jeder Größe von handflächenklein bis riesengroß. Lecker.

Das Angebot in den Restaurants in Kroatien war fleischlastig, aber es gab auch viele tolle Gerichte ohne. Mir selber die Fleisch-Erlaubnis zu geben, hat oft schon gereicht für meine kleine Seele. Beim Dorffest gab es Cevapcici und es war lecker. Hinterher zu Hause habe ich wieder auf die “glückliche-Tier-Regel” geachtet. Zumindest zu 80-90
%. Mein schönstes Urlaubs-Mitbringsel aus Kroatien war die Erkentnis, dass die 10-20% Ausnahmen im Weltgeschehen und für meine Geundheit keinen Schaden anrichten und mir das Leben viel leichter machen.

So schaffst du Lockerheit beim Urlaubs-Essen:

Meine Schlüsse aus diesem Urlaub:

  1. Wenn du Bedenken hast, sprich sie laut aus. Wer weiß, vielleicht hat jemand eine gute Idee.
  2. Hör auf das, was deine Kinder sagen
  3. Hab Grundsätze
  4. Wisse, dass Ausnahmen dazugehören. 80% Konsequenz sind dicke genug.
  5. Genieße das Leben!

Was sind deine Grundsätze beim Essen? Und wann machst du eine Ausnahme? Ich bin schon ganz gespannt auf deine Erfahrungen in den Kommentaren.

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