So kommst du raus aus der Angst, wenn du kurz nach der Magenverkleinerung „nicht abnimmst“

Ich lese es jeden Tag, meistens sogar mehrmals. „Hallo! Könnt ihr mir mal helfen? Ich bin kurz nach meiner Schlauch Magen OP oder nach meiner Bypass OP. Es ist jetzt ungefähr drei Wochen her und alles klappt soweit ganz gut. Aber ich war heute auf der Waage und und jetzt hab ich total Angst: ich habe jetzt schon einen Gewichtsstillstand. Wie kann das sein? Was mache ich bloß falsch?“

Für andere ist deine Angst schwer nachvollziehbar

Ich bin ja Ernährungsberaterin und muss manchmal ein bisschen aufpassen, wenn ich so etwas lese. Ich bin es gewohnt, von außen draufzuschauen und mit diesem Abstand fällt es mir manchmal schwer, diese Panik nachzuvollziehen. Vermutlich kennst du diese Reaktion auch von deiner Familie oder von Freunden: „Na und, da hat sich auf der Waage geben diese Woche nichts bewegt – wo ist das Problem?“

Oder – und ich weiß gar nicht, was ich für dich blöder finde – sie stimmen in deine Angst mit ein: „Das ist ja komisch. Du isst doch fast gar nichts. Da MUSS doch was runtergehen auf der Waage! Alles in Ordnung mit dir?“

Mit dir ist alles in Ordnung!

Ohne dass ich etwas über deine spezielle Situation weiß, kann ich dich beruhigen: höchstwahrscheinlich ist alles okay mit dir und du machst verdammt viel richtig. (Vorausgesetzt natürlich, bei dir verläuft die Heilung einigermaßen normal – sonst wendest du dich natürlich an deine ÄrztInnen, das ist doch klar, gell?)

 

Wahrscheinlich ist „nur“ in deinem Kopf ein Irrtum unterwegs, der dich panisch macht. Und Panik ist ein blödes Gefühl, das will kein Mensch haben. Wie wäre es, wenn du merkst, dass die Gedanken, die duz zum Thema Abnehmen nach der Magenverkleinerung im Kopf hast, einfach nur ein Missverständnis sind?

 

Die heimliche Vorstellung: losrutschen und es läuft von allein

Kann es sein, dass ein Teil von dir (heimlich, dein Realitätssinn weiß natürlich, dass es nicht so ist) erwartet, dass du dich mit der OP auf eine lange Rutsche setzt? Vielleicht macht die ein paar Kurven, wie im Schwimmbad, mal ist sie steiler und mal etwas flacher und es dauert auch eine Weile, bis du unten bist. Aber das Prinzip ist: du setzt dich drauf und dann rutscht es in einem Schwung runter. Anschließend stehst du auf, klopfst dir die Klamotten ab beziehungsweise besorgst dir neue Klamotten, weil du so viel abgenommen hast, marschierst los und das Leben geht schlank weiter.

Diese Vorstellung ist falsch!

Ich sag dir mal was: diese Vorstellung ist ein ganz, ganz, ganz großer Irrtum. Wer dir das erzählt, lügt. Aber solange ein Teil von dir denkt, dass das so sein müsste, wirst du vermutlich auch bei den Berichten von anderen Operierten mehr auf die Beschreibungen achten, die so klingen, als wäre es in einem Rutsch gegangen. Selbst wenn sich deutlich schreiben, dass es auch Stillstände beim Abnehmen gab. Oder selbst wenn du den Blogartikel über die Irrtümer schon gelesen hast (hier findest du ihn nochmal). Man vergisst es einfach.

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Bilder sind hilfreich – hier ist ein Besseres:

Ich habe überlegt, was dir dabei helfen kann, in deinem Kopf ein neues Bild entstehen zu lassen. Grundsätzlich sind bildhafte Vorstellungen etwas Tolles und können dir Mut machen – wenn du dir ein hilfreiches Bild „malst“. Unser Gehirn macht sich sowieso dauernd Bilder. Ich habe dir heute ein neues Bild mitgebracht.

Du bist auf einer Reise…

Wie wäre es, wenn du dir deine Adipositas OP vorstellst wie die Ankunft an einem Bahnhof, an dem eine neue Reise beginnt? Die Gegend, in der du aus dem Zug steigst, ist dir zwar ein bisschen vertraut. Aber die Richtung, in die du jetzt losgehst, ist neu für dich. Du hast jetzt einen Rucksack dabei und hast dich mit guten Schuhen versorgt, damit du auf eine lange Wanderung gehen kannst.

Immer wieder anhalten und den Weg suchen

Und dann marschiert du los. An deinen Rucksack und an die neuen Schuhe musst du dich erst noch gewöhnen, und wo der Weg nun genau lang geht, weißt du auch nicht. Du kennst zwar die Richtung, aber für die Feinheiten musst du immer wieder anhalten. Auf die Karte oder auf´s GPS schauen, vielleicht Einheimische nach dem Weg fragen und dein Gepäck immer wieder zurechtrücken.

Pausen gehören dazu…

Und auch wenn du deine Richtung gefunden hast, musst auch immer mal wieder eine Pause machen, du bist schließlich auf einem längeren Weg unterwegs. Da kann es sein, dass du wehe Füße bekommst und deshalb anhalten musst. Auch wenn alles gut läuft, musst du immer wieder Pausen machen, dich ausruhen. Suchst dir etwas zum Übernachten, manchmal bleibst du sogar einige Tage an derselben Stelle. Weil es schön dort ist oder weil du müde bist, immer unterwegs zu sein.

 …damit du dein gesundes Gewicht auch genießen kannst 

Du merkst schon – auch einen gut vorbereiteten Weg gehst du nicht einfach so an einem Stück. Pausen sind normal und wichtig und sorgen dafür, dass du dein Ziel gut und frisch erreichst. Schließlich heißt beim Thema Adipositas „Ziel erreicht“ ja auch, dass du genug Energie für einen neuen Alltag brauchst.

Wenn du übrigens mal schauen willst, an welchen Stellen auf deinem Weg du nochmal „nachjustieren“ könntest, schau dir mal die Checkliste Gewichtsstillstand an. Damit bekommst du sofort einen Überblick, an welcher Abzweigung deines Ess- und Alltagsverhaltens du mal etwas Neues ausprobieren kannst. Trag dich hier in den Newsletter ein und lade sie dir herunter:

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Welches neue Bild hilft dir, gut mit Stillständen umzugehen?

Vielleicht hilft dir dieses Bild ja, wenn du das nächste Mal auf die Waage gehst und sie nicht drölf Kilo weniger anzeigt als beim letzten Mal.  Wenn du erschrickst, darfst du „Halt!“ denken, von der Rutsche klettern und nachschauen, welchen schönen Pausenplatz sich dein Körper oder deine Seele grad ausgesucht hat.

Übrigens hatte ich die Idee mit der Rutsche und der Wanderung, als ich die Diskussion in meiner wunderbaren Facebook-Gruppe Adipositas-OP mein Weg verfolgt habe. Wenn du öfter mit Stress-Gedanken, Fragen und Zweifeln rund um deine (geplante, überlegte oder erlebte) Adipositas-OP zu tun hast, findest du hier richtig gute Unterstützung von anderen Erfahrenen und von mir (du brauchst dafür ein Facebook-Konto).

Hast du auch ein Bild, das dir hilft, geduldiger zu sein, wenn du meinst, einen Gewichtsstillstand zu haben? Schreib es gern in die Kommentare, es hilft bestimmt auch anderen zu mehr Gelassenheit. Oder ein unangenehmes, das dich nicht loslässt? Schreib auch das gern – allein es mal zu formulieren hilft oft schon, ruhiger zu werden.

Ich wünsche dir für deinen Weg gute Wanderschuhe, eine zuverlässige „Karte“ und immer wieder hilfreiche Menschen, die du fragen kannst!