So kommst du aus der Gewichts-Verzweiflung

In meiner Facebook-Gruppe las ich neulich einen Post, in dem jemand schrieb: „Mal ehrlich, Leute – für die 25 Kilo, die ich abgenommen habe, hätte ich die OP nicht machen müssen. Ich bin immer noch viel zu fett.“ Dieses Gefühl der Verzweiflung, es wieder nicht geschafft zu haben, begegnet mir in der Beratung und in meinen Gruppen öfter. Aber stimmt es wirklich – hättest du mehr erreichen „müssen“? Und was kannst du tun? Hier meine Tipps , wie du aus deiner Gewichts-Verzweiflung rauskommst.

Wenn du meine Gedanken dazu mit Ton und Bild haben möchtest, schau mal auf meinem Youtube-Kanal vorbei:

Die emotionale Achterbahn: Verzweiflung nach der OP

Die ganze Vorbereitung auf die Magenverkleinerung weckt die Erwartung: hinterher wird´s endlich leichter und ich nehme endlich ab! Natürlich isst du anders als früher. Weniger…Eiweiß zuerst…Süßes als Ausnahme…und wenn das Gewicht nicht so schnell sinkt wie erwartet – oder wie bei anderen, schnappt das Gefühl “alle anderen schaffen es, nur ich nicht“ wieder zu. Falls du dich in diesen Gedanken wiedererkennst – du bist nicht allein. In meinen Beratungen und in der Dranbleiben-Community ist dieser Gedankenstress ein häufiges Thema.

Selbstvorwürfe machen einsam und blind

Diese belastenden Gedanken und Gefühle können uns einsam und blind machen.

Einsam, weil wir oft denken, dass alle anderen ihre Gewichtsziele erreichen, nur wir nicht.

Blind, weil wir in Online-Gruppen häufig nur die Erfolge anderer hervorheben sehen. In der gleichen Facebook-Gruppe sind viele andere, die ähnliche Herausforderungen durchleben, aber oft sehen wir nur die Beiträge derjenigen, die viel abgenommen haben.

Ich lade dich ein, die Wahrnehmung zu hinterfragen: Gucke einmal genauer hin, ob du wirklich die Einzige bist, die sich so fühlt. Scroll mal durch die Timeline der Facebook-Gruppen und mach eine Strichliste. Na, wie viele Erfolgsmeldung gibt es und wie viele „Klappt-nicht“-Posts?

Vergleichen ist tricky. So klappt´s trotzdem

Ich halte nichts davon, dir das Vergleichen zu verbieten – das klappt nicht. Aber wie du dich so vergleichst, dass du dabei entspannter statt verzweifelter wirst, habe ich in diesem Blogartikel beschrieben. 

 

Mach dir klar, was du geschafft hast

Was mich besonders beeindruckt hat in dem „zu-fett-Post“: die Schreiberin hat richtig viele positive Veränderungen aufgezählt.

Mach das bitte auch mal! Erinnerst du dich an all die positiven Veränderungen in deinem Leben?

  • Vielleicht hast du bessere Blutwerte?
  • Brauchst du weniger Medikamente als früher?
  • Bist du fitter und beweglicher?
  • Was klappt beim Essen gut?
  • Trägst du andere Kleidung?

Bitte mach dir diese positiven Dinge immer wieder klar. Hast du nicht deshalb  die OP gemacht?

Das kannst du tun! Checkliste

Für die Überprüfung, ob du selber noch etwas tun kannst, finde ich die „Checkliste Gewichtstillstand“ ein Super-Hilfsmittel, Dort habe ich rund 20 Punkte aufgelistet, die nach einer Magenverkleinerung sinnvoll sind. Die meisten beziehen sich aufs Essen, aber ich nenne auch einige weitere wichtige Themen, die einen Einfluss auf dein Gewicht haben.

Hier kannst du sie dir herunterladen:

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Checkliste Gewichtsstillstand:

Mit ihr siehst du sofort, was du tun kannst, um dein Gewicht wieder "in Schwung" zu bringen. Trag dich für den Newsletter ein und lade dir die sofort die Checkliste herunter (0 Euro).

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Infos zum Datenschutz findest du hier

 

Übrigens: auch wenn du sie schon kennst, lohnt es sich, dir mal deine alte Version anzuschauen: hat sich etwas verändert? Dinge, die funktionieren, nehmen wir leicht als selbstverständlich wahr ;)… Und auch „alte Hasen“ finden immer wieder Ansatzpunkte, bei denen sich ein „Feintuning“ lohnt.

WTF ist Normalgewicht?

Ich erlebe immer wieder, dass unsere Bewertung, ob die OP ein Erfolg ist, am „Normalgewicht“ festgemacht wird. Das ist verführerisch, weil es so einfach zu ermitteln ist – und gleichzeitig eine weitere Lüge, weil der BMI ein super-ungenaues Hilfsmittel ist.

Die Natur hat nicht für jeden Menschen Modelmaße vorgesehen. Ich möchte dich dazu einladen, regelmäßig zu überprüfen, was du erreicht hast. Überlege einmal, ob du ohne die Magenverkleinerung das gleiche Gewicht erreicht und langfristig gehalten hättest  – das war noch eine Aussage im FB-Post: „die 25 kg hätte ich auch ohne OP abgenommen“. Meine Vermutung ist, dass die Antwort darauf „Nein“ lautet – zumindest nicht auf Dauer. Passt das zu deinen Erfahrungen?

 

Warum ist das Gewicht gefühlt sooo wichtig?

Einige Fragen, die ich mir beim Lesen des „zu-fett“-Posts immer wieder gestellt habe, möchte ich zum Schluss noch an dich weitergeben:

Wenn du dich auch zu fett fühlst –wofür bist du zu fett?

Für anerkennende Blicke? Oder um keine abwertenden Blicke mehr zu bekommen?

Für das Gefühl, „es“ geschafft zu haben (was ist denn „es“)?

Für Kleidergröße 36?

Und: wenn du für dich und dein Essen tust, was dir im Moment möglich ist – wer sollte dir mit welchem Recht einen Vorwurf machen?

Mach dir bitte immer wieder klar, dass der Erfolg deiner Operation nicht allein an einer Zahl auf der Waage hängt.

Kümmerst du dich, so gut du kannst, um deine Gesundheit?

Hat Essen für dich auch etwas Schönes, Entspanntes?  

Ich wünsche dir sehr, dass du auf diese Fragen Antworten einfallen, die dir zu einem friedlichen Zusammenleben mit deinem Körper verhilft!

Schreib mir gern mal in die Kommentare, welcher Gedanke dich erleichtert hat!

 

Mehr Austausch? Komm in die Dranbleiben-Community

Wenn du mehr unterstützenden Austausch möchtest, ist die „Dranbleiben-Community“ für Menschen nach der Magenverkleinerung vielleicht das Richtige für dich. Durch regelmäßige Online-Treffen mit mir, einer privaten Facebookgruppe und einer Video-Bibliothek hilft sie dir, deinen Ess-Alltag immer wieder gesund und entspannt zu gestalten. Hier findest du alle Infos und kannst dich unverbindlich in die Warteliste für den nächsten Start eintragen.