Ich lese ja schon von Berufs wegen jeden Tag ganz viel darüber, wie wichtig gesundes Essen ist, was ich unbedingt essen muss und welche Lebensmittel ja das reinste Gift sind. Und trinken – gaanz wichtig. Wie, du trinkst keine 5 Liter Detox-Tee jeden Tag? Und du trinkst Saaaaaft? Bist du lebensmüde? Auch ganz schlecht. Wasser ist das einzige, was der Mensch braucht. Und nochmal kommt die Gesundheits-Keule und schwebt über mir, wenn ich etwas Leckeres trinke, was Zucker enthält.

Alles voll mit Muss und Soll und ob es Spaß macht, fragt kein Mensch.

Weißt du was? Ich werde bei so viel Vorschriften eher trotzig und sprühe dann gern nochmal eine Extraportion Sahne auf meinen richtig schön süßen Kakao. Und dann setz ich mich ganz in Ruhe hin, puste ein bißchen an der Sahne rum (Mist, jetzt bleibt der Kakao ja noch länger heiß) und schaue sinnierend auf die Tasse in meiner Hand.

Ach guck, das ist doch die Mitbringsel-Tasse, die ich zwar nicht im klassischen Sinne „schön“ finde. Mit „Ebbe“ und Flut“ innen drin, ein beliebiger Inselname außen aufgedruckt. Und sofort wird mir sogar noch vor dem ersten Schluck Kakao warm ums Herz. Die hat mir nämlich mein Sohn mitgebracht, als es mal 13-jähriger mal ohne uns im Urlaub war. Ach schöööön…

Oder die Tasse, an der sogar der Henkel fehlt. Ey, da musst du sogar richtig aufpassen, dich nicht zu schneiden. Die könntest du doch eigentlich mal wegschmeißen…..nein, geht gar nicht. Das ist nämlich meine Königinnen-Tasse, die mich immer daran erinnert, dass ich ja, egal was gerade Hektisches oder Doofes um mich rum passiert, das Herz einer Königin habe. Und schon richtet sich mein Rücken ein ganz kleines bißchen auf, ich hebe den Kopf und schaue in die Ferne. In meine königliche Zukunft vielleicht?

Und so könnte ich dir zu fast jeder Tasse in meinem Schrank eine Geschichte erzählen. Beziehungsweise andersrum: so spricht jede Tasse zu mir, wenn ich mir einen Kakao mache – und erzählt mir etwas Schönes über mich. A apropos Kakao: meistens mache ich mir gar keinen. Viel öfter mache ich mir tatsächlich meine Nachmittags-Milchkaffee oder eine einzelne, extra für mich frisch aufgebrühte Tasse Tee. Aber auch die sind wunderbar dafür geeignet, mir ein paar Minuten Zeit zu nehmen, beim Pusten ganz automatisch die überflüssige Spannung wegzuatmen, zu schmecken, ob der Kaffee heute mild oder etwa bitterer schmeckt – und mir mit den schönen Gedanken und Erinnerungen wieder Energie zu holen.

Und danach kann ich viel besser meine nächste Veranstaltung vorbereiten. (Im Moment den Kochabend Office-Food, Infos findest du hier) Natürlich ist mir wichtig, dass das, was ich für meinen Kochabend vorbereite, auch gesund ist. Aber weißt du was? Das verrate ich den TeilnehmerInnen erst, nachdem sie im wunderschönen Ambiente der neuen Kochschule mit anderen netten Leuten zusammen zu geschnippelt, probiert und gekocht haben, den besten Geschmack aus guten Zutaten herausgekitzelt und bei einem guten Glas Wein, Bier oder Saft gemeinsam genossen haben.

In diesem Sinne: Hoch die Tassen – Prosit ! (lateinisch: möge es nützen!)

Hast du auch eine Lieblings-Tasse?