„Was, nur 300 Gramm weniger? Und du bist sicher, dass die Waage richtig geht? Das ist zu wenig. Mist, ich hab´s mal wieder nicht hinbekommen.“…und was nach dieser Beobachtung oft kommt, ist, ist allerfeinstes Kopfkino. Es findet innen statt und klingt häßlich. Vorwürfe an dich selbst. Und das oft in einem Ton, den du dich im Internet nicht zu schreiben traust. Oder den du im Netz so fies findest, dass du in den entsprechenden Gruppen schon lange nichts mehr schreibst.

„Mit der OP abnehmen ist nichts, worauf ich stolz sein kann“

Heute las ich, dass jemand den Gedanken hat (sinngemäß): „Mit der Adipositas-OP abzunehmen ist doch keine Kunst. Das regelt der Körper von allein. Da gibt es nichts, worauf ich stolz sein darf.“ Ui, da war was los in der Gruppe! Die Schreiberin musst sich einige Vorwürfe gefallen lassen (auch wieder sinngemäß): dass sie den Zweck der OP nicht verstanden hat, dass sie anderen den Erfolg nicht gönnt, dass sie ein Problem mit der Selbstwahrnehmung habe….

Ich hatte die Aussage gar nicht so verstanden, dass die Schreiberin das über andere denkt, sondern über sich selber. Und ich habe schon mit einigen Menschen, ob operiert oder nicht, die auch das Gefühl haben, dass das, was sie gerade machen, keine wirkliche Leistung ist.

Kopfkino macht doppelt Stress

Wenn du solche Gedanken auch kennst, hast du sogar doppelten Stress. 1. diese Gedanken, die dich runterziehen und 2. kannst du nicht mal gefahrlos darüber reden.

Ich habe dazu eine Idee, die du mal ausprobieren kannst. Sie hilft dir, aus diesem Gedankenkarussell auszusteigen und hilft dabei, netter und konstruktiver über dich zu denken.

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So kannst du deine negativen Gedanken verändern

Du brauchst dazu entweder zwei Blätter Papier und etwas zu schreiben oder ein Handy mit Aufnahme-Funktion.

negative Gedanken formulieren

Schritt 1: raus aus demKopf mit den Gedanken. Schreib alles genau so auf, wie du es denkst. Oder sprich es in dein Handy. Du darfst dich so richtig „reinsteigern“. Wenn dir nichts mehr einfällt, kannst du dich fragen: „und was noch?“. Es darf sogar ein bißchen abstrus werden. Nimm dir dazu so viel Zeit, wie du brauchst. Manche sind dabei nach 5 Minuten fertig, manche brauchen länger.

Stimmt das überhaupt?

Schritt 2: schau oder hör dir an, was du aufgeschrieben hast und frage dich: „Stimmt das überhaupt? Ist das wahr?“

Wie kann ich das anders betrachten?

Schritt 3 (beim Schreiben kannst du das parallel zu Schritt 2 machen): Notiere, was du denken würdest, wenn du das, was du gerade beurteilst, anders beurteilen würdest. Wenn du zum Beispiel denken würdest: „Ers ist eine Kunst, mit der Adipositas-OP abzunehmen. Dafür tu ich jeden Tag etwas, nämlich:…“

Und dann kannst du mal beobachten, ob die ersten Gedanken noch so stark und wuchtig sind wie vorher.

Austausch gewünscht? Komm in die Live Calls

Falls du diese Übung zwar interessant findest, aber sie nicht nur für dich allein machen möchtest, lade ich dich ein zu meinen Sommer-Live-Calls „Entspannt essen nach der Adipositas-OP -so geht´s!“.  Bis zum 12.8.19  biete ich jeden Montag Abend die Möglichkeit, dich in einem Video-Call mit mir und anderen Betroffenen auszutauschen. Mehr Infos und die Anmeldemöglichkeiten findest du hier.    

Ich bin gespannt, welche Erfahrungen du mit dieser Übung machst. Schreib doch gern in die Kommentare, wie sie bei dir gewirkt hat. Oder auch, wenn dir etwas daran nicht gefällt oder sie bei dir nichts verändern.

Gute Gedanken wünscht dir

Antje

(Die Skulptur auf dem Foto heißt „sitzendes Mädchen, ist von Peter Szaif und das Original kannst du in Hameln im Bürgergarten anschauen)