…und wie du ganz leicht eine draus machst

„Guckt mal, der ist heute im Angebot, ich habe mir gleich eine ganze Palette gesichert!“ Wenn Menschen nach der Adipositas-OP Bilder von Hamsterkäufen posten, geht es meistens um Schoko, Kokos, Karamell oder Stracciatella….aber nicht um ganz normalen Pudding, sondern um Eiweißpudding. Auch in Ernährungsprotokollen tauchen diese Sweets regelmäßig auf und ich gestehe mal, dass ich darüber gar nicht so glücklich bin. Mein Statement dazu: „Proteinpudding ist keine Mahlzeit.“ Ich habe mal in einem Video aufgezeigt, was meiner Meinung nach der Nachteil ist, wenn du Mahlzeiten durch Proteinpuddings ersetzt, welche guten Alternativen es gibt und  wie du daraus mit wenigen Ergänzungen einen leckeren Kompromiss zauberst. (Der Link führt dich auf meinen Youtube-Kanal, das Video dauert knapp 8 Minuten. Ich kennzeichne das mal als Werbung, weil Markennamen zu sehen sind – obwohl es mir nicht auf einzelne Marken, sondern auf die Produkteigenschaften ankommt).

 

 

Was fehlt dem Pudding – da ist doch ganz viel Eiweiß drin?

Ja, Eiweiß soll nach der Magenverkleinerung der  Haupt-Bestandteil  jeder Mahlzeit sein. Und wenn ein Becher 20 Gramm enthält, ist das doch prima. Leicht gelöffelt, Eiweiß gesichert. Das klappt mit dem Pudding auch gut – und da hat die angereicherte Variante auch mehr als die traditionelle Leckerei, die es schon lange im Kühlregal gibt – und auch mehr als ein Pudding, den du zuhause mit Milch selber kochst.

 

Kriterium für eine „richtige“ Mahlzeit

Die Teilnehmerinnen meines Dranbleiben-Kurses lachen jetzt bestimmt, dass ich darauf beharre, dass es trotzdem keine Mahlzeit ist. Das diskutieren wir nämlich regelmäßig.  Nach meinem Verständnis besteht eine sinnvolle Mahlzeit, die nicht nur satt macht, sondern auch „gesund“ ist, aus verschiedenen Bestandteilen. Als zweiter und dritter Bestandteil einer Mahlzeit fehlen mit hier Obst und ein kleiner Anteil Getreide. Es dürfte natürlich auch theoretisch Gemüse sein, aber das bei einer süßen Mahlzeit passt Obst natürlich besser.

 

Proteinpudding macht papp-satt

Außerdem höre ich oft von meinen KlientInnen, dass sie nach einem (halben) Proteinpudding erstmal so richtig satt sind. Das zugesetzte Eiweißpulver führt dazu, dass man danach erstmal länger nichts mehr essen mag. Einerseits gut – wer mag schon hungrig rumlaufen – andererseits fehlen dann einige gesunde Nährstoffe.

 

Obst und Getreide liefern mehr

Warum ich so darauf poche, dass Obst (und Gemüse) und Getreideprodukte auch nach mit einem Magenbypass oder Schlauchmagen wichtig sind?

Auch wenn du darauf achtest, regelmäßig deine Vitamin- und Mineralstoff-Supplemente zu nehmen, sollte es dein Ziel sein, täglich fünf kleine Portionen Obst/Gemüse zu essen – im natürlichen Verbund wirken sie am besten und kein Präparat kann das Zusammenspiel mit den hunderten von Pflanzenstoffen komplett ersetzen. Du wirst auf eine andere, angenehmere Art satt, wenn du selber kaust – und dein Mikrobiom (das, was wir früher Darmflora genannt haben) braucht die Ballaststoffe, die dir im Pudding ansonsten komplett fehlen. Falls du nach der OP mit Verstopfung kämpfst und die Proteinpuddings oft auf deinem Speiseplan stehen, lohnt es sich wirklich, da „umzuschichten“.

 

Trick: Proteinpudding aufpeppen

Wenn du den Pudding als Süßigkeiten-Ersatz magst und damit schaffst, dich von alten Gewohnheiten wie Kekse, Schoko und Co unabhängiger zu machen, kannst du ihn wunderbar mit Obst anreichern. Je nach Saison frisch oder tiefgekühlt ein paar Beeren, einige Stückchen Mango oder je nach Puddingsorte auch Äpfel, Birnen oder Trauben reingeschnitten – schon hast du statt eines schnell reingelöffelten Snacks eine richtige Mahlzeit. Wenn du magst, darf es auch ein Teelöffel Haferflocken oder einige gehackte Nüsse sein, das regt noch mehr zum kauen und schmecken an.

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Quark oder Skyr hat sogar mehr Eiweiß

Der Blick auf eine ganz normale Skyr- oder Quarkpackung lässt den Fertigpudding auf einmal gar nicht mehr so eiweiß-glänzend aussehen. Das Beispiel-Produkt (Skyr) im Video hat sogar mehr Eiweiß als der Proteinpudding. Ja, ich weiß, eine Quarkspeise ist nicht dasselbe wie ein Schokopudding. Aber das Gefühl, dir mit dem Pudding einen einmaligen Eiweiß-Kick ins Haus zu holen, trügt leider. Und manchmal führt so eine kleine Provokation ja dazu, wieder mehr Lust zu bekommen, dir selber etwas Gutes zu essen zu machen.

 

Lecker-süße Obst-Quark-Ideen

Den Trick, Quark mit Mineralwasser cremig zu rühren, kennst du bestimmt schon. Ich finde besonders für Adipositasoperierte, die eh nur kleine Mengen essen, auch einen Schluck Sahne oder einen kleinen Löffel Mandel- oder Nussmus eine wunderbare Ergänzung zu allen Obstsorten, die du dir vorstellen kannst. Ein bißchen Zimt zu Kakao und pürierter Banane gefällig? Du merkst schon, deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Wenn du übrigens einige Tipps möchtest, Quark und Skyr herzhaft aufzumotzen, findest du hier ein paar Anregungen.

 

Bist du ein Protein-Pudding-Fan?

Ich freu mich ja immer,  mit meinen KlientInnen über Essen zu diskutieren. Das Video habe ich zuerst in meiner Facebook-Gruppe „Adipostias-OP mein Weg“ gepostet und wir haben dort schon intensiv darüber diskutiert, dass für manche Leute die Fertig-Puddings eine echte Rettung sind, wenn von der Verträglichkeit oder vom Süßhunger gar nichts geht. Wie so oft gibt es ja nicht nur eine Wahrheit.

Wie ist dein Verhältnis zum Eiweißpudding? Passt deine Erfahrung zu meinen Behauptungen – oder ist es ganz anders? Schreib es doch gern mal in die Kommentare oder komm in die Facebook-Gruppe. Ich freu mich immer über einen Austausch – oder eine neue Geschmackskombination!